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Die Tigermücke

  • Autorenbild: Corinne päper
    Corinne päper
  • 19. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Im September 2025 erschien mein Artikel zur Tigermücke im Online-Magazin WNTI. Darin untersuchte ich, ob sich das Tier in Winterthur bereits verbreitet hat und was das bedeutet.



Sticht sie bald in Winterthur?

Sie stammt aus Asien, ist zwischen fünf und zehn Millimeter gross, schwarz-weiss gemustert und sticht auch tagsüber. Die Asiatische Tigermücke überträgt verschiedene Krankheitserreger und hat sich seit den 1990er-Jahren über internationale Warentransporte und das Reiseverhalten zunehmend in Europa verbreitet. In Zürich wurde sie 2016 erstmals gesichtet ‒ nun wollte eine Leserin wissen, wann es denn in Winterthur soweit sei.

Die Sektion Biosicherheit des Amts für Wasser, Energie und Luft (AWEL) organisierte von 2021 bis 2023 in Winterthur ein Tigermücken-Monitoring auf den Parkplätzen für Fernreisebusse und jenen beim Technorama. Beide Orte gelten als Einfallstore, weil dort viele Fahrzeuge aus mit Tigermücken befallenen Gebieten halten. In den aufgestellten Fallen wurden jedoch keine gefunden. Gefangen wurden lediglich gebietsfremde Asiatische Buschmücken, die aber harmlos sind.


Die Stadt bleibt trotz des positiven Befunds wachsam, prüft einen möglichen Tigermücken-Befall aber nicht jährlich. «Solange sich die Gefahrenlage nicht markant ändert, reicht es, alle zwei bis drei Jahre Proben zu entnehmen», sagt Michael Wiesner von Stadtgrün Winterthur. Werden Tigermücken in Winterthur gesichtet, veranlasst der Kanton jedoch umgehend Massnahmen, um die Population einzudämmen oder gar zu tilgen.

Damit sich die Tigermücke in Winterthur nicht wohlfühlt, ist das Handeln aller gefragt. Das heisst konkret: keine mit Wasser gefüllten Gefässe auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten herumstehen lassen. Untersetzer, Planschbecken sowie Vogelbäder einmal pro Woche leeren, Regenwassertonnen mit einem feinen Netz oder Deckel dicht verschliessen und Dachrinnen auf Verstopfungen kontrollieren. Klingt übertrieben? «Ist es aber nicht», sagt Wiesner: «Einem Tigermückenweibchen reicht schon eine kleine Menge stehenden Wassers, um ihre Eier darin abzulegen.»


Wer eine Tigermücke entdeckt, sollte nicht panisch zur Giftkeule greifen. Dafür gibt es gute Gründe: «Gebietsfremde invasive Tierarten müssen professionell bekämpft werden», sagt Wiesner. «Man muss wissen, wie sich die Tiere verhalten und mit welchen Bioziden man gegen sie vorgehen kann.» Wer stattdessen zu einem handelsüblichen Pestizid greift, schadet sich und seinen Haustieren unter Umständen mehr als der Tigermücke. Wichtig sei jedoch, einen Fund mitsamt Foto zu melden. «So lassen sich Ausbreitung und Dichte von Tigermücken-Populationen frühzeitig erkennen und bekämpfen.»

Bleibt die Frage: Wie fotografiert man ein so kleines Tier überhaupt? «Man fängt es, indem man einen Becher darüber stülpt und diesen mindestens zwei Stunden in den Tiefkühler stellt», erklärt Gabi Müller von der Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich. «Danach kann man die Tigermücke fotografieren ‒ am besten so, dass der Kopf von oben und die Enden der Hinterbeine gut sichtbar sind.»


Text: Corinne Päper, Bild: Gabi Müller


 
 
 

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